Agroforstsysteme ahmen natürliche Ökosysteme nach, da sie Bäume, Sträucher und landwirtschaftliche Kulturen kombinieren. Das hat viele Vorteile:

Klimaschutz

Bäume und Sträucher binden CO₂ in Holz und Boden, senken Treibhausgase und mindern Klimarisiken.

Bodenverbesserung:

Wurzeln stabilisieren den Boden, Laub reichert ihn mit Nährstoffen an und fördert die Fruchtbarkeit.

Wasserhaushalt:

Schatten reduziert die Verdunstung, Wurzeln speichern Wasser und filtern Schadstoffe.

Biodiversität

Bäume schaffen Lebensräume für Tiere und Insekten, fördern das ökologische Gleichgewicht und kontrollieren Schädlinge.

Zusatznutzen

Bäume in Agroforstsystemen liefern neben der Hauptnutzung zusätzliche Produkte. Agroforstsysteme steigern so Produktivität, Einkommen und Ernährungssicherheit der Landwirt:innen.

Nachhaltigkeit

Das System ermöglicht eine langfristig nachhaltige, ertragreiche Produktion ohne den Einsatz externer Hilfsmittel, insbesondere von Düngemitteln und Pestiziden.

Dynamische Landwirtschaft erklärt

Die Bewirtschaftung von Agroforstsystemen orientiert sich an der natürlichen Schichtung/Ebenen (Strata) von Wäldern, um Ressourcen wie Licht, Wasser und Nährstoffe effizient zu nutzen. Jede Schicht wird gezielt bepflanzt und gepflegt, um Synergien zwischen den Pflanzen zu fördern.

Oberste Strata (Baumschicht)

zwischen roten Linien im Bild

  • Pflanzenwahl: Hohe Bäume wie Ölpalme, Kokosnuss, Nutzholz oder Schattenbäume.
  • Pflege: Regelmäßiger Schnitt zur Lichtsteuerung und Ernte von Holz oder Früchten.
  • Funktion: Spendet Schatten, schützt den Boden vor Erosion und bindet Kohlenstoff.

Mittlere Strata (Strauchschicht)

zwischen blauen Linien im Bild

  • Pflanzenwahl: Obstbäume, Bananenstauden und, diverse Sträucher.
  • Pflege: Gezielte Pflanzabstände, um ausreichend Licht zu sichern.
  • Funktion: Nischenpflanzen ergänzen die Produktpalette und fördern die Biodiversität.

Untere Strata (Krautschicht)

zwischen grünen Linien im Bild

  • Pflanzenwahl: bodennaher Anbau von schattenliebenden Pflanzen wie Kakao, Kaffee, Maniok, Ingwer, Kurkuma.
  • Pflege: Baumschnitt, Fruchtfolge und Unkrautkontrolle für eine optimale Bodenbedeckung.
  • Funktion: Schutz vor Unkraut und Austrocknung, zusätzliche Erträge.

Bodenschicht (Wurzelschicht)

gelber Pfeil

  • Pflanzenwahl: Stickstofffixierende Pflanzen, die Bodenfruchtbarkeit fördern,  wie z. B. Bohnen.
  • Pflege: regelmäßiges Mulchen und Kompostierung.
  • Funktion: Bindung von Nährstoffen, Verbesserung der Bodenstruktur. Humusaufbau, Verhinderung von Bodenversauerung.

Durch Agroforstsysteme entsteht eine Polykultur.

Die resilient auf Schädlinge und Umweltfaktoren reagiert.

Agroforstsysteme bei Serendipalm

Der ghanaische Anbau (insbesondere von Kakao und Ölpalmen), ist geprägt von Monokulturen, ausgelaugten Böden und sinkenden Erträgen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind sichtbar und werden voraussichtlich zu weiteren Ertragseinbußen führen. 

Serendipalm möchte Alternativen aufzeigen und hat deshalb 2017 begonnen, Erfahrungen mit DAF zu sammeln. 90 ha DAF und eine Baumschule wurden angelegt, die auch als Demonstrationsflächen zur Schulung von Kleinbauern dienen.

Von 2020 bis 2023 half Serendipalm 430 Kleinbauern dabei, weitere 300 ha DAF‑Flächen zu pflanzen und zu pflegen. Hier wachsen Kakao, Ölpalme, Waldbäume und Sträucher zusammen mit einer Vielzahl weiterer Kulturen wie Zitrusfrüchten, Mango, Avocado, Cashew und Bananen. Dieses Projekt wurde von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) unterstützt. Die Kleinbauern sowie technische Teams wurden in der Bewirtschaftung und Pflege der Flächen geschult. 

Im Juli 2025 begann Serendipalm damit, weitere 800 Hektar in verschiedenen Formen der gemischten Agroforstwirtschaft anzupflanzen. Neben diversen Bäumen und Sträuchern wachsen hier auch Feldkulturen wie Maniok und Ananas.

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